LL.M. in Hong Kong

Christiane Kühn ist Senior Associate in München. 2009 erwarb Sie den "Master of Law" mit Schwerpunkt im internationalen Wirtschaftsrecht an der City University of Hong Kong. Wie es dazu kam und was Sie erlebt hat, hat Sie uns im Interview erzählt.

Wieso haben Sie sich für ein Masterstudium in Hong Kong entschieden?
Ich kannte die Stadt von einer Urlaubsreise und war direkt begeistert. Da ich nach dem ersten Staatsexamen gern einen LL.M. machen wollte, habe ich mich erkundigt, welche Möglichkeiten es in Hong Kong gibt. Dabei habe ich das LL.M.-Programm der City University of Hong Kong entdeckt. Das Programm hat mich überzeugt, die Stadt wollte ich seit meiner ersten Reise noch intensiver kennenlernen – so war die Entscheidung für eine Bewerbung schnell getroffen. Als mir die School of Law sogar noch ein Stipendium gewährt hat, war auch die Finanzierung geregelt.

Was macht das Studium in Hong Kong aus?
Die Stadt, die Uni und ihre Menschen. Ich wurde überall herzlich empfangen und war damals sozusagen ein Exot, weil ich die einzige Deutsche im aktuellen Programm war. Die übrigen Kommilitonen kamen aus Peking oder aus Hong Kong. Rechtlich und kulturell trafen dort völlig verschiedene Welten aufeinander. Hong Kong ist deshalb genau die richtige Stadt, wenn man nicht in einer „deutschen Community“ im Ausland studieren möchte. Und das Freizeitangebot vor Ort lässt wirklich keine Wünsche offen. Hong Kong liegt direkt am Meer und hat neben einigen Shopping- und Partymeilen  wöchentliche Pferderennen und sogar wunderschöne Wanderwege zu bieten. Da ist für jeden etwas dabei.

Wie hat sich der LL.M. auf lhre Karriere ausgewirkt?
Verhandlungssicheres Englisch ist ein Muss, wenn man international arbeiten möchte. Nach meinen Aufenthalt in Hong Kong, konnte ich meine fließenden Englischkenntnisse direkt bei Luther in der täglichen Mandatsarbeit nutzen. Neben meinen Kenntnissen im internationalen Wirtschaftsrecht habe ich vor Ort auch sehr viel über die asiatische Kultur gelernt. Das hilft mir heute bei der Beratung deutscher Mandanten, die in Asien tätig sind. Beispielsweise, wenn es um Vertragsverhandlungen über den Verkauf von Investitionsgütern nach Asien geht. Dabei ist ein gewisses Verständnis für die asiatische Kultur ein enormer Vorteil. Dies gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall, die Beratung asiatischer Mandanten in Deutschland.

Erschienen in anwaltsblatt karriere

Luther